Unbesetzte Stellen in der Logistik: Digitale Fachkräfte als Hebel

Unbesetzte Stellen in der Logistik: Digitale Fachkräfte als Hebel

Der Gewinn durch Digitalisierung wird in der Logistik fast immer in Euro gemessen. Unbesetzte Stellen in der Logistik dagegen tauchen in dieser Rechnung nicht auf, obwohl sich der Fachkräftemangel genau dort zeigt.
Ich glaube, dass wir beides zu selten zusammendenken.

Meine These: Wenn alle Aufgaben eines Stellenprofils mit weniger Menschen erledigt werden können, sinkt der Fachkräftemangel, weil weniger Stellen besetzt werden müssen. Dafür muss man Produktivitätsgewinne aus Automatisierung und KI nur auf der Ebene sichtbar machen, auf der der Mangel entsteht: bei der einzelnen Stelle. Dabei wirkt die Digitalisierung zudem hauptsächlich bei den aufreibenden, repetitiven Tätigkeiten, sodass die spannenderen und wertschöpfenderen Tätigkeiten dem Menschen bleiben. Dies ist ein weiterer Vorteil für Personalabteilungen und Recruiting.

Unbesetzte Stellen in der Logistik: Warum zählt nur der Euro?

Lösungen für einzelne Anwendungsfälle werden sehr fachlich positioniert, etwa für E-Mail-Bearbeitung, Dokumentenauslesen oder Kundenanfragen. Ihr Nutzen wird in eingesparten oder zusätzlich erlösten Euro ausgedrückt. Für die Geschäftsführung ist das nachvollziehbar. Für die Personalplanung ist es unsichtbar.

Denn gesparte Arbeitsstunden pro Woche, in Euro bewertet, tauchen in keinem Stellenplan auf. Niemand schreibt wegen einer Euro-Effizienz eine Stelle nicht aus. Dabei ist der Fachkräftemangel zuerst ein Personalproblem und kein Kostenproblem. Bei meinen Kunden erlebe ich: Gute Disponenten zu finden dauert tatsächlich immer länger und wirkt sich teilweise sogar auf die Liefer- und Leistungsfähigkeit aus. Zudem müssen sich die Disponenten, die da sind, zunehmend mit kleinteiligen Fleißarbeiten und Systembrüchen auseinandersetzen. Der Druck bleibt hoch, auch wenn die Lage etwas entspannter wirkt. Laut ifo Konjunkturumfrage sank der Anteil der Unternehmen in Transport und Logistik mit Fachkräftemangel im Februar 2026 von 42,7 Prozent (Oktober 2025) auf 30,6 Prozent (ifo Institut). Das ist ein deutlicher Rückgang. Das ifo nennt dafür aber auch die schwache Konjunktur als einen Faktor und betont, dass die strukturellen Herausforderungen bleiben. Knapp jedes dritte Unternehmen ist weiterhin betroffen.

Was ändert sich, wenn man Rollen statt Anwendungsfälle betrachtet?

Ein Disponent erlebt seinen Tag nicht als Anwendungsfall. Er erlebt ihn als Bündel aus Statusabfragen, Nachrichten an Fahrer und Kunden, Datenpflege in mehreren Systemen und Ausnahmen, die Erfahrung verlangen. Jede Spezialsoftware nimmt davon ein Stück ab. Gleichzeitig kommt mit jedem Tool etwas hinzu, das jemand verwalten muss.

Die Frage sollte nicht mehr lauten: „Haben Sie ein Problem mit E-Mails?“ Sie sollte lauten: „Wo fehlen Ihnen Leute und womit halten sich Ihre Mitarbeiter auf?“

Dafür gibt es die digitale Fachkraft. Mein Partner MR.KNOW beschreibt eine digitale Fachkraft als modellierten Prozess, der zusammenhängende Aufgaben einer Rolle ausführt und bei Ausnahmen an einen Menschen übergibt. Entscheidend ist für mich weniger die Technik dahinter als die Denkweise: Der digitale Kollege ergänzt ein Team, statt als weiteres Werkzeug danebenzustehen.

Stellenprofil als Hebel gegen unbesetzte Stellen in der Logistik

Der Hebel beginnt mit einer einfachen Übung: Ein Stellenprofil nehmen und Aufgabe für Aufgabe durchgehen. Was ist klar regelbasiert, was profitiert von KI und was bleibt zu Recht beim Menschen?

Drei Rollen zeigen, wo ich zuerst hinschauen würde:

  • Disposition: Statusaktualisierungen, Benachrichtigungen bei Verspätungen und der Datenübertrag zwischen Systemen sind Kandidaten. Die Entscheidung im Ausnahmefall würde ich bei erfahrenen Disponenten lassen.
  • Zoll: Frachtpapiere auslesen und Anmeldungen vorbereiten ist anspruchsvoll, wird aber schnell zur Routine. Die Verantwortung für die Anmeldung bleibt beim Menschen, denn Fehler oder unvollständiger Kontext können hier schnell teuer werden.
  • Kundenservice & Vertrieb: Fragen nach dem Sendungsstatus oder dem aktuellen Preis lassen sich oft regelbasiert und datengestützt automatisch beantworten.

Wenn solche Anteile entfallen, sinkt der Kapazitätsbedarf der Rolle. Dann muss vielleicht nicht jede offene Stelle einer Rolle besetzt werden oder das bestehende Team schafft mehr, ohne zusätzlich zu wachsen. Auf diese Weise wird Produktivität als Personalkapazität sichtbar.

Hierbei ist mir meine Haltung wichtig: Der Produktivitätshebel gehört als Erstes zu den unbesetzten Stellen in der Logistik und dann zu den bereits besetzten Stellen. Ein willkommener Nebeneffekt ist die zunehmende Attraktivität der Aufgaben, die dem Menschen bleiben: Bore-out durch ständige Statusupdates? Nein, danke!

Wie viel von einer Stelle tatsächlich für den Menschen wegfällt, zeigt sich erst in der Detailbetrachtung. Hier setzen meine Stärken und Services zur Digitalisierung der Logistik an. Mehr zu meinem Blick auf Digitalisierung in der Logistik finden Sie bei den Services von unconsulting für die Logistik.

Wann hilft eine digitale Fachkraft?

Nicht jede Aufgabe braucht eine digitale Fachkraft. Für eine einzelne, klar umrissene Tätigkeit ist oft eine einfache Regel, ein Skript oder gar eine Spezialsoftware die bessere Wahl. Auch RPA oder eine bloße Prozessanpassung können genügen.

Eine digitale Fachkraft lohnt sich dort, wo mehrere zusammenhängende Aufgaben einer Rolle zusammenkommen und Regeln, KI und menschliche Freigaben ineinandergreifen.

Was leistet die Potenzialanalyse von unconsulting × MR.KNOW?

MR.KNOW hat das Potenzial der personifizierten Digitalisierung erkannt und bereits in verschiedenen Branchen umgesetzt. Diese Erfahrung teilt die Initiative von unconsulting × MR.KNOW nun für die Logistik.

Sie laden ein Stellenprofil hoch. MR.KNOW erstellt daraus automatisch einen One-Pager, der Aufgaben und Automatisierungspotenzial einordnet.

Dieser erste Aufschlag bleibt zunächst allgemein, zeigt aber oft überraschend präzise, in welche Richtung es geht. Der richtige Mehrwert entsteht in den Gesprächen danach. Wir übertragen das Ergebnis auf Ihre Situation, lösungsoffen und mit Blick auf Ihre Prozesse. Dafür bündeln MR.KNOW und ich unsere Expertise und rücken Ihre individuelle Situation in den Vordergrund.

Wer steht hinter der Initiative unconsulting × MR.KNOW?

Ich bin unabhängiger Berater für Logistik und Digitalisierung. MR.KNOW, eine Marke der Inspire Technologies GmbH, stellt Plattform und digitale Fachkräfte bereit. Ich ordne ein, was zu Ihrer Logistik passt, helfe Entscheidungen zu treffen und diese umzusetzen. Wenn MR.KNOW das passende Angebot für Ihren Bedarf hat, arbeiten MR.KNOW und unconsulting für Sie zusammen.

Das Angebot von unconsulting × MR.KNOW ist in jedem Fall unverbindlich und die erste Potenzialanalyse immer kostenfrei. Alternativen zu MR.KNOW sind ebenfalls denkbar. Ihre individuelle Situation und Bedarfe stehen im Vordergrund. Danach folgt der Lösungsansatz. Der Blick auf die Rollen und das Interesse an der Entwicklung von Anforderungsprofilen in der Logistik sind weitere Treiber für unconsulting × MR.KNOW. Weiteres zur Initiative lesen Sie auf der Themenseite zu digitalen Fachkräften in der Logistik.

Wie können Sie ein Stellenprofil einordnen lassen?

Starten Sie mit der Stelle, die Sie seit Monaten nicht besetzt bekommen. Laden Sie das Profil hoch und lassen Sie es kostenlos analysieren, unverbindlich und ohne dass eine Lösung schon feststeht. Wenn Sie lieber zuerst sprechen möchten, schreiben Sie mir direkt.

FAQ: Unbesetzte Stellen in der Logistik und digitale Fachkräfte

Mit mehreren Hebeln zugleich: Ausbildung und Qualifizierung, ein attraktiveres Arbeitgeberbild und die Entlastung der vorhandenen Mitarbeiter durch Automatisierung. Digitalisierung ersetzt die ersten beiden nicht. Sie ist der Hebel, der direkt bei der einzelnen Stelle ansetzt. Bei unbesetzten Stellen in der Logistik ist mein Ansatz deshalb, Rolle für Rolle zu prüfen, welche Aufgaben ein digitaler Kollege übernehmen kann.

Nein, KI übernimmt einzelne Aufgaben eines Disponenten, aber nicht die Rolle als Ganzes. Statusabfragen und Standardnachrichten lassen sich automatisieren. Bei Ausnahmen und Abwägungen bleibt der erfahrene Disponent gefragt. Wie viel Entlastung tatsächlich möglich ist, hängt vom Betrieb ab und zeigt sich erst im Einzelfall.

Am Stellenplan und nicht allein am Euro-Effekt: Bleiben Stellen offen, ohne dass Arbeit liegen bleibt, wirkt etwas. Hilfreich sind Kennzahlen pro Rolle, etwa die Anzahl und Dauer unbesetzter Stellen, Überstunden und der Anteil wiederkehrender Aufgaben. Das ist mein Vorschlag und keine Branchennorm.

Nein. Die erste Potenzialanalyse ist kostenfrei und unverbindlich, ein Kauf ist damit nicht verbunden. Alternativen zu MR.KNOW sind denkbar, wenn sie besser zu Ihrer Situation passen.

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